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Ohne Reue nach Gemini!

Der erste große Adventure Kracher des Jahres 2011 kommt nicht aus dem Hause Telltale oder Daedalic, sondern von Joshua Nuernberger. Seit drei Jahren werkelt der Amerikaner an dem von uns bereits kurz vorgestellten Gemini Rue, das Ende Februar endlich bei dem Publisher Wadjet Eye erschienen ist. Und – so viel sei schon einmal vorweggenommen – das Warten hat sich gelohnt! Mit Hilfe des Adventure Game Studios wurde hier ein atmosphärisch dichtes Adventure als Hommage an Spiele wie Blade Runner oder Beneath a Steel Sky geschaffen.

Gemini Rue ist ein Adventure im klassischen Point & Click Stil. Der Spieler schlüpft dabei in die Rolle des Polizisten Azriel Odin, der nach dem Verschwinden seines Bruders eigene Ermittlungen anstellt. Dafür hat er sich Undercover auf den namensgebenden Planeten Gemini begeben, um nach Hinweisen zu suchen. Da das Spiel sehr von seiner wendungsreichen und überraschenden Geschichte lebt, wollen wir an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen. Nur so viel sei gesagt: Die Geschichte entspinnt sich in einen Noir Krimi allererster Güte und auch wenn hier kein Philip K. Dick oder William Gibson am Werk war, so weiß die Story über weite Strecken doch stark zu fesseln.

Sei es die charmant gezeichnete Pixeloptik, die sehr durchdachte Steuerung oder die exzellente Sprachausgabe: Gemini Rue macht viel Spaß und hält den Spieler durch die vier bis sechs Stunden Spielzeit stetig bei Trab. Man möchte einfach wissen, wie es bei der Jagd um den verschollenen Bruder weitergeht. Ein Gänsehaut-Moment jagt dabei den nächsten und nie steht man vor einem unlösbaren Problem. Die Rätsel sind bis auf ein bis zwei Ausnahmen immer sehr logisch. Das Rätseldesign folgt dabei eher einem realistischen Muster, als abgedrehten Kombinationen à la Monkey Island oder Sam & Max. Statt also einem gigantischen Wattestäbchen oder einem Bananenpflücker nachzujagen, muss der Spieler in Gemini Rue Schaltkreise aktivieren, um Maschinen in Bewegung zu setzen, oder geschickt Kontaktpersonen ausfragen, um an wichitge Hinweise zu kommen. Nie bleibt man dabei zu lange an einer Stelle hängen. Es ist eigentlich immer klar, was die nächste Aufgabe ist und wie man diese lösen kann.

Und damit kommen wir neben den umständlichen Schießereien leider auch zu der größten Schwäche von Gemini Rue: es ist über weite Teile zu einfach und damit etwas kurz. Für 14,99$ (umgerechnet etwa 10€) darf man sich aber nicht beschweren! Wer auch nur ansatzweise etwas mit Cyberpunk, Detektivstories und Adventures im Allgemeinen anfangen kann, der sollte Gemini Rue eine Chance geben! Gute Englischkenntnisse sollte man übrigens ebenfalls mitbringen, da Gemini Rue nur auf Englisch erschienen ist.


Der ideale Spieler…

  • …hat den Cyberpunk im Blut.
  • …bevorzugt realistisches Rätseldesign.
  • …spielt die Monkey Island Remakes lieber in der alten Optik.
  • …kann sich auf eine spannende Geschichte einlassen.
  • …spricht fließend englisch.

Es verdient einen Platz in unserem Herzen, weil…

  • …es ein Loblied an das klassische Adventure ist.
  • …die professionellen Sprecher und die Soundkulisse eine dichte Atmosphäre erzeugen.
  • …man die Rätsellösungen stets nachvollziehen kann.
  • …die Steuerung exzellent funktioniert und vollkommen schnörkellos daherkommt.
  • …man eine so schön detaillierte Retro-Pixel-Grafik schon lange nicht mehr gesehen hat.
  • …es weitgehend gut geschrieben ist…

…aber leider…

  • …liegt die Betonung auf weitgehend.
  • …ist es etwas zu leicht und zu kurz.
  • …werden manche Bildschirme zu oft recycled.
  • …sind die Schießereien öde und repititiv.

Gemini Rue lässt sich direkt bei dem Publisher Wadjet Eye Games als digitaler Download herunterladen. Eine Demo gibt es übrigens auch!

Reviewed by Judas on 03 March 2011

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