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Bionic Commando vs. Ghosts’n'Goblins vs. Minecraft

Du findest dich mutterseelenallein in der (zufällig generierten) Wildnis und musst dir zunächst einen rudimentären Stützpunkt bauen, denn bald ist Nacht und du weißt, dass du ohne Unterschlupf nicht lange überleben wirst. Also machst du dich daran, Bäume zu fällen und dir damit dein erstes Haus zu bauen. Beim Holz hacken fällt dir eine Höhle auf, die du sofort erkundest. Bewaffnet mit Axt, Spitzhacke und Schwert machst du dich daran, wertvolle Erze zu sammeln, gegen Skelette und Schleime zu kämpfen und dich immer tiefer in die Erde zu graben. Zurück an der Oberfläche baust du dir dann viele nützliche Gegenstände mit den erbeuteten Rohstoffen und schon bald verwandelt sich das kleine Holzhäuschen in einen mächtigen Stützpunkt. Und wem alleine schnell langweilig wird, der holt sich noch ein paar Freunde dazu. Minecraft ist schon ein tolles Spiel. Ach, Moment! Hier gehts gar nihct um Minecrat, sondern um Terraria!

Wie man sieht sind die beiden Spiele bei vielen Features beinahe deckungsgleich und auch ich war versucht, Terraria als billigen Minecraft-Abklatsch abzutun. Doch nur bis ich selber einmal probegespielt hatte. Denn schon nach wenigen Minuten war ich in seinem Sog gefangen. Terraria ist nämlich mehr Rollenspiel als kreativer Survival Lego Baukasten. Der eigene Charakter wird mit jedem neuen Item spürbar stärker und irgendwann hat man einen Laserschwert schwingenden Supermann mit Greifhaken und Doppelsprung.

Doch bis man einmal soweit gekommen ist, muss durch eine harte Schule gegangen werden. Denn Terraria ist alles andere als leicht, der Bildschirmtod lauert hinter jeder Ecke. Die häufig und zahl- wie variantenreich spawnenden Gegner raffen den Spieler schneller hin, als einem lieb ist. Doch wenigstens behält man anders als in Minecraft alle seine gesammelten Gegenstände. Einzig ein wenig vom gesammelten Geld wird fallen gelassen, kann aber wieder aufgesammelt werden, vorausgesetzt natürlich, man findet seine Leiche in den weit verzweigten Höhlensystemen wieder.

Geld? Wofür das denn? Ganz anders als Minecraft besitzt Terraria NPCs, die beim Spieler einziehen. Als Gegenleistung bieten diese nützlichen Zeitgenossen ihre Dienste an. So hat man bald ein ganzes Dorf von Händlern und sonstigen Helfern, die fröhlich die ehemals leere Welt bevölkern.

Wem es zu langweilig wird, gegen Skelette, Zombies und Schleimbatzen zu kämpfen, der kann sich auch gegen einen der zahlreichen Bossgegner versuchen, die zufällig in der Welt spawnen oder unter Zuhilfenahme bestimmter Items gerufen werden können. Die Bossgegner sind meist harte Brocken mit über 1000 Hitpoints. Man sollte also die richtige Ausrüstung mit in die Schlacht nehmen, sonst sieht man kein Land. Unter anderem kämpft ihr gegen das Auge des Cthulu, ein riesiges Skelett oder einen gigantisch großen Batzen Schleim.

Terraria ist sicher nicht jedermanns Sache. Das Spielziel ist ziemlich offen gehalten, der Schwierigkeitsgrad nichts für Casual Zocker und die kreativen Möglichkeiten etwas eingeschränkt. Doch dafür punktet das Spiel mit einer exzellenten Steuerung, die nach kurzer Eingewöhnung gut von der Hand geht. Auch die hübsch gezeichnete Grafik weiß zu gefallen, auch wenn es ein paar Animationen mehr schon hätten sein dürfen.

Im Großen und Ganzen kann man das Spiel jedem empfehlen, der gerne Rollenspiele mit Hüpfeinlagen spielt oder bei Minecraft lieber die Welt entdeckt, als verrückte Konstruktionen zu bauen. Für gerade mal 9.99€ über Steam bekommt man auf jeden Fall sehr viel Spiel fürs Geld. Und wer ein paar Freunde zur Hand hat, der darf bei vier Spielen für 29,99€ zuschlagen, denn Terraria macht mit bis zu drei Freunden am meisten Spaß.

Der ideale Spieler…

  • …empfindet das Bauen in Minecraft als lästige Dreingabe.
  • …ist ein bisschen frustresistent.
  • …entdeckt gerne eine liebevoll gezeichnete, gigantische Welt vollgestopft mit Items und Gegnern.
  • …braucht keine 3D Optik.

Es verdient einen Platz in unserem Herzen, weil…

  • …Terrarias Karten gigantisch sind.
  • …es extrem motiviert, den eigenen Charakter zu verbessern.
  • …es sehr viel mehr ist als ein 2D Minecraft.
  • …es für einen günstigen Preis SEHR viel Spiel bietet.
  • …man zu viert durch die Welt hüpfen kann.
  • …es vollgestopft ist mit nützlichern Items und versteckten Gags.

…aber leider…

  • …hätten es ein paar Bauoptionen mehr sein dürfen.
  • …ist die Interaktion mit den NPCs beschränkt auf deren primäre Funktion.
  • …sind die Animationen in weiten Teilen hölzern bis nicht existent.

Reviewed by Judas on 14 July 2011

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